Schaffung von Wohnraum zentrale Zukunftsaufgabe – MdL Martina Feldmayer zu Gast bei den Lorscher GRÜNEN !

Zu Gast war heute bei den GRÜNEN-Lorsch unsere Landtagsabgeordnete Martina Feldmayer, um sich über das Projekt der „Christophorus Wohnheime eG“ zu informieren und sich vor Ort über das Thema „Schaffung von Wohnraum“ zu informieren. Zunächst besichtigte Martina Feldmayer zusammen mit Matthias Schimpf, dem Fraktionsvorsitzenden der Lorscher GRÜNEN und Kreisvorstandssprecher, sowie Stadtrat Dieter Angermann, der Stadtverordneten Eva Grabowski und dem Bensheimer Kreisvorstandsmitglied Christoph von Fumetti die drei fertiggestellten und in Nutzung befindlichen Gebäude der „Christophorus Wohnheime eG“ in Einhausen. Empfangen wurden sie von Gernot Jakobi,  Vorstand der Wohnbau Bergstraße eG und Christophorus Wohnheime eG, der das Projekt vorstellte. Kern des Modells, dessen Gebäude von der „Christophorus eG“ in massiver Bauweise errichtet werden und den Energiestandard „Effizienzhaus 55“ erfüllen, ist, dass diese für die temporäre Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden und nach Auslaufen dieser Nutzung der öffentlichen Hand als „sozialer“ Wohnraum zur Verfügung stehen. Möglich ist dies, weil der Kreis Bergstraße mit der Unterbringung der Flüchtlinge über die Vertragslaufzeit das Gebäude finanziert und die Kommunen i.d.R. die Grundstücke in Erbpacht zur Verfügung stellen oder über einen vergünstigten Kaufpreis abgeben. Während in Einhausen die drei Wohngebäude schon fertiggestellt und bezogen sind, wird in Lorsch, der nächsten Station des Besuchs noch gebaut. An diesem Standort entstehen 7 dreistöckige Gebäude mit je 6 Wohnungen, in Einhausen sind es drei Gebäude mit je 4 Wohnungen. Eine Besonderheit ist, dass bei größeren Standorten ab 3 Gebäuden in einem Gebäude statt einer Wohnung Gemeinschaftsflächen für Unterrichtsräume u.ä. eingerichtet werden.

Martina Feldmayer zeigte sich von dem Modell und dessen Umsetzung beeindruckt, insbesondere der Ansatz der Nachhaltigkeit bedingt durch die massive Bauweise und die Nachnutzung der Gebäude überzeugten sie.

In der anschließenden Gesprächsrunde stellte Martina Feldmayer die verschiedenen Programmes des Landes zur Förderung von „sozialen“ sowie auch „bezahlbaren“ Wohnraum kurz vor: So gibt es nicht nur eine finanzielle Förderung für den Neubau, auch für Umbauten, die Reaktivierung von Brachflächen oder Gewerbebrachen stehen Fördermittel grundsätzlich zur Verfügung, die Landesregierung stellt dafür in der laufenden Legislaturperiode rd. 1,2 Milliarden Euro bereit.

Gernot Jakobi wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in vielen Fällen die Förderprogramme alleine nicht ausreichen, um „sozialen“ bzw. auch „bezahlbaren“ Wohnraum zu schaffen, da die Erwerbskosten für Grundstücke so hoch seien, dass trotz gewährter Fördermittel die Gesamtinvestitionen eine Miete, welche sich innerhalb der Sätze der „Kosten der Unterkunft (KdU)“ bewege, nicht darstellbar werden lasse. Matthias Schimpf und Gernot Jakobi forderten in diesem Zusammenhang, dass die Kommunen sich aktiv an der Schaffung „sozialen“ und weiterhin auch bezahlbaren Wohnraum beteiligen müssen. Gerade vor dem Hintergrund, dass in den nächsten jahren eine nicht unerhebliche Zahl von ehemals geförderten Wohnungen aus der „Sozialbindung“ fallen, wird sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt nochmals deutlich verschlechtern waren sich Jakobi und Schimpf einig, die weiterhin anregten, dass es eine Möglichkeit wäre um zumindest den Bestand dieser Wohnungen zu erhalten,  die Sozialbindung durch eine erneute finanzielle Förderung zu verlängern; hierfür sollte die Möglichkeit geschaffen werden, dass auch dies durch Fördermittel unterstützt wird. Eine Anregung, die Martina Feldmayer aufgreifen möchte, da auch sie die Gefahr sieht, dass trotz der Förderprogramme des Landes letztlich sich das Defizit im Segment des „bezahlbaren Wohnraums“ vergrößern wird. Insgesamt schwierig gestaltet es sich überhaupt baureife Flächen zu finden und zukünftige Bedarfe in weiteren bzw. neuen Siedlungsflächen abzubilden, so die Einschätzung der Gesprächsrunde.

In diesem Zusammenhang übte Matthias Schimpf deutliche Kritik an der großen Koalition im Kreistag, die sich offensichtlich in der Frage uneinig sei, wie die Problemlösung angegangen werden sollte: Gesprächsrunden des hauptamtlichen Kreisbeigeordneten mit den Bürgermeistern und den Wohnungsbaugesellschaften mit dem Ergebnis, dass außer einer Situationsbeschreibung nichts zu vermelden ist, helfen in der Situation nicht weiter, auch nicht die „Bergsträßer Tischgespräche“ der SPD mit dem hauptamtlichen Kreisbeigeordneten“ so Schimpf, der forderte:  „Es ist an der Zeit, dass der Landrat sich dieses Themas aktiv annimmt und als zuständiger Dezernent für Regionalplanung und Wirtschaftsförderung einerseits unabhängig von örtlichen Gegebenheiten Flächenpotentiale für weitere Siedlungsentwicklungen ermitteln lässt und andererseits nochmals deutlich die Förderprogramme für Wohnungsbau durch die Wirtschaftsförderung Bergstraße und die Fachverwaltung an die Verantwortungsträger in den Kommunen kommuniziert; damit stellt er auch klar, dass es die von der SPD erträumte kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft nicht geben wird, sich aber der Kreis als Partner der Kommunen auch in dieser Frage versteht und mit Sachverstand und Know-how den Kommunen Handlungsoptionen aufzeigt.“.

Zum Abschluss des Informationsbesuches von Martina Feldmayer wurden noch die Baustelle und die Baufortschritte besichtigt und vereinbart, dass man sich zur Einweihung der Gebäude wieder in Lorsch treffen wolle.