GRÜNE-Lorsch zu Gast bei Ortslandwirt Reiner Jöst vom „Seehof“ Lorsch – Flächenverbrauch zentrales Thema !!!

Im Rahmen ihrer diesjährigen Sommertour war die Fraktion „Bündnis`90/DIE GRÜNEN“ – Lorsch zu Gast auf dem landwirtschaftlichen Betrieb „Seehof“ in Lorsch. Ortslandwirt Reiner Jöst begrüßte neben der vollzähligen GRÜNEN-Fraktion um Fraktionsvorsitzenden Matthias Schimpf, auch Moritz Müller und Alexander Berndt von der GRÜNEN-Liste-Bensheim, sowie Franz Beiwinkel von der GRÜNEN-Liste-Heppenheim. Insbesondere der Besuch der Heppenheimer-GRÜNEN zeigt, dass sich die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den GRÜNEN Lorsch und Heppenheim weiter positiv entwickelt.

Zu Beginn des Besuches stellte Reiner Jöst die Geschichte des „Seehof´“ dar, der seit 1954 in Lorsch beheimatet ist. Schwerpunkt des landwirtschaftlichen Betriebes ist die Milchviehhaltung mit derzeit 70 Tieren, weiterhin der Anbau von Getreide und des Anlegen von Rollrasen machte der Ortslandwirt deutlich, wie sich in den vergangenen Jahren der Betrieb gewandelt hat, so wird auf dem „Seehof“ keine Schweinezucht mehr betrieben. Auch sei die Anzahl der kleineren und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe in der Region seit Jahren rückläufig so Reiner Jöst, der dies auf die immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen im Zusammenspiel mit dem nicht unerheblichen Arbeitsaufwand zurückführt. “Landwirtschaft ist eben keine Beruf mit einer 5 -Tage Woche und einem achtstündigen Arbeitstag, das muss man wollen, insoweit ist es auch ein ganzes Stück Berufung“ merkte Jöst an, der den Betrieb mit seiner Familie und aktuell auch wieder einem Lehrling bewirtschaftet.

In der Gesprächsrunde wurde deutlich, dass der zunehmende Flächenverbrauch für Siedlungs- und Gewerbegebiete die Erhaltungs- und Entwicklungschancen von landwirtschaftlichen Betrieben erheblich einschränkt, oftmals hochwertige landwirtschaftliche Flächen gehen dadurch dauerhaft verloren und es verbleiben zur Bewirtschaftung eher minderwertige Flächen mit wesentlich geringerer Ertragskraft.

„Die Frage ist, wie wir den Spagat zwischen Erhaltung der Kulturlandschaft mit landwirtschaftlicher Wirtschaftswert, der Natur als Erholungsraum und dem zunehmenden Siedlungsdruck hinbekommen“, stellte GRÜNEN-Fraktionsvorsitzender Matthias Schimpf das stetig wachsende Spannungsfeld der kommunalen Politik in diesem Bereich dar, ergänzt durch den Hinweis der stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteherin Anne Metz-Denefleh, „dass Wachstum endlich sei und man sich hier auch hinsichtlich Flächenverbrauch beschränken müsse“.

In diesem Zusammenhang wiesen Schimpf und die Lorscher-Stadtverordnete Eva Grabowski daraufhin, dass die beabsichtigte Errichtung des „Parkplatz-Ost“ von den GRÜNEN als einziger Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung geschlossen abgelehnt wird. „Während wir hier klare Kante zeigen, ist festzustellen, dass gerade die SPD und die ehemalige Bürgermeisterkandidatin Hemmerle – Neber hier untereinander völlig uneinig sind und es zu diesem Thema in den Gremiensitzungen in schöner Regelmäßigkeit zu einer beeindruckenden Meinungskakophonie der SPD komme“ so Schimpf, der weiterhin ankündigte, dass die GRÜNEN nach wie vor beabsichtigen die Bürgerinnen und Bürger Lorschs im Rahmen eines Bürgerentscheids über eine Realisierung des „Parklatz-Ost“ entscheiden zu lassen, falls eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung das Projekt weiter verfolge. Ebenso wird im Rahmen einer Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzeptes aus Sicht der GRÜNEN im Rahmen eines breit angelegten Bürgerdialogs mit den Betroffenen über „Chancen und Grenzen“ des Wachstums zu beraten und zu entscheiden sein, machte der GRÜNEN-Fraktionsvorsitzende die Zielrichtung seiner Fraktion deutlich.

Im Rahmen der anschließenden Betriebsführung wurde auch die seit Februar 2015 eröffnete „Milchtankstelle“ des „Seehofs“ besichtigt. Neben der auf dem „Seehof“ erzeugten, naturbelassenen Milch werden hier im Rahmen einer Kooperation mit anderen Erzeugern auch weitere Produkte aus der Region angeboten. “Die Resonanz auf unsere Milchtankstelle und die weiteren Produkte ist äußerst positiv“ berichtet Reiner Jöst über diesen Geschäftszweig des Betriebs. „Regional erzeugte und saisonale Lebensmittel stellen gerade hier im hessischen Ried ein Qualitätsmerkmal dar, dessen sich noch mehr Menschen bewusst werden sollten, gerade vor dem Hintergrund der Frage von Inhaltsstoffen und Herkunft von Lebensmitteln“ stellte Stadtrat Dieter Angermann fest. Gerade deshalb ist es Reiner Jöst wichtig, dass auch schon die Kleinen mit der Landwirtschaft in Berührung kommen, weshalb sich der „Seehof“ schon seit Jahren an dem Projekt „Bauernhof als Klassenzimmer“ beteiligt, „Die positiven Eindrücke die die Kinder hier mitnehmen prägen diese nachhaltig“ freut sich Jöst  darüber, dass oftmals Kinder nach einem Besuch mit der Schule dann auch mit ihren Eltern auf den „Seehof“ kommen.