„Großes Interesse an der Weschnitzrenaturierung“

Mehr als 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger konnte Matthias Schimpf, Fraktionsvorsitzender der Lorscher GRÜNEN bei der gemeinsamen Veranstaltung der „GRÜNEN-Liste Heppenheim“ und der „GRÜNEN-Lorsch“ zu dem Projekt der Weschnitzrenaturierung an der Lorscher Herrenbrücke zusammen mit Franz Beiwinkel begrüßen, darunter auch Vertreter anderer politischer Parteien.

Nach einer kurzen Einführung zur Historie des Projektes durch Schimpf übernahm der Geschäftsführer des „Gewässerverbandes Bergstraße“, Ullrich Androsch die inhatliche Ausgestaltung der Führung.

Im Naturschutz- und gleichnamigen FFH-Gebiet „Weschnitzinsel von Lorsch“ hat das Land Hessen die Zusammenlegung von Alter und Neuer Weschnitz vorgesehen erläuterte Androsch, der weiter ausführte, dass mit der Maßnahme Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 umgesetzt werden und der Gewässerverband Bergstraße  vom Regierungspräsidium Darmstadt mit der Umsetzung der Maßnahme beauftragt wurde.

Da das Projekt mit Synergien für die Umsetzung von WRRL und Natura 2000 verbunden ist, werden die Kosten in Höhe von 3,2 Miollionen Euro  zu 100 % vom Land Hessen finanziert .

Mit dem Renaturierungsprojekt „Weschnitzinsel“ wird für die bis jetzt in ausgeprägt naturfernen Hochprofilen fließende Weschnitz in der Rheinebene ein sehr wichtiger Trittstein und „Strahlursprung“ für eine gute Gewässerbiozönose geschaffen führte Androsch weiter aus und verdeutlichte damit auch den hohen ökologischen Faktor der Renaturierungsmaßnahme.

Die Gewässer, die bisher in den beiden eingedeichten und kanalisierten
Strecken von Alter und Neuer Weschnitz abfließen, sind jetzt auf etwa drei
Kilometern zusammengelegt worden und werden in dem Gelände nunmehr frei mäandrieren können.
Gleichzeitig soll sich die Situation für die Brutvögel in dem Gebiet wieder
verbessern, da aktuell  den Wiesenbrütern temporär feuchte
Auenflächen fehlen.  Zudem wurden die Brutvögel in dem heutigen Gebiet oft von Passanten gestört, so dass Bruten dort nicht stattfanden, deswegen geht mit der Maßnahme auch einher, dass dieses Gebiet nicht mehr durchgangen oder durchfahren werden kann, wie der Geschäftsführer anhand von jetzt angelegten Furten vor Ort darstellte.
Insgesamt erhofft man sich von der Maßnahme unter anderem eine Wiederansiedlung des Großen Brachvogels, der dort einstmals zu den charakteristischen Arten gehörte, sowie auch ein Profitieren zahlreicher Fischarten , wie etwa der Meerforelle oder des Steinbeißers, die auf der „Roten Liste“ stehen und in der Weschnitz nachgewiesen wurden.

Im Rahmen der Führung wurde von interessierten Bürgerinnen und Bürgern auch die Frage des grundsätzlichen Flächenverbrauchs angesprochen, insbesondere die umstrittenen Planungen zum „Parkplatz-Ost“. Hier machte Matthias Schimpf deutlich, dass es für dieses Projekt aus Sicht der GRÜNEN keinen Bedarf gibt, es in keinem Kosten-Nutzen Verhältnis stehe und auch der Eingriff in die Kutlurlandschaft abzulehnen sei. Aus Sicht der GRÜNEN sei es ein Gebot der vielgepriesenen Transparenz , hierüber die Bürgerinnen und Bürger Lorschs entscheiden zu lassen.