„Verschleiernde Prosa statt Fakten – Leiter der Welterbestätte schweigt zu Zahlenwirrwarr !“

Die jüngste Stellungnahme des Leiters der Welterbestätte in der Diskussion über den geplanten „Parkplatz-Ost“ bedient aus Sicht der Lorscher GRÜNEN-Fraktion nicht das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit, sondern lediglich wieder einmal die Kampagne gegen Kritiker des Parkplatz-Projektes, in dem diesen ein „madig machen“ der Akteure dieser Erfolgsgeschichte unterstellt wird.

„Herr Dr. Schefers hätte Vertrauen schaffen können, in dem er die deutlich divergierenden Besucherzahlen der Welterbestätte, welche aus seinem Hause genannt werden erklärt, statt sich in verschleiernder Prosa zu verlieren“ kommentiert GRÜNEN Fraktionsvorsitzender Matthias Schimpf die Äußerungen des Leiters der Welterbestätte. Die Fraktion der GRÜNEN hat zum wiederholten Mal, zuletzt in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung deutlich gemacht, dass die Arbeit und das Wirken der Mitarbeiter der Welterbestätte geschätzt und gewürdigt wird, allerdings der Standort des Parkplatzes abgelehnt wird.

Die jetzt ins Feld geführten Aussage, dass „die Polizei mit Blaulicht und Megafon“ die Räumung verstopfter Einfahrten am Welterbetag 2016 hätte ankündigen müssen, ist kein Beleg für die Notwendigkeit des „Parkplatz-Ost“, sondern verdeutlicht eher, dass es hier im Vorfeld des Welterbetages 2016 ein deutliches „Planungs-und Organisationsversagen“ des Veranstalters hinsichtlich der Verkehrslenkung und- planung gegeben hat. Dieses Versagen jetzt in Form einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“ als Argument für den Parkplatz-Ost anzuführen ist abwegig, ebenso wie die von Dr. Schefers ins Feld geführte vermeintliche Zerstörung des schönen Entrees der Stadt durch die Nutzung des Karolingerplatzes als Stellplatz an wenigen Tagen, der man entgegenhalten muss, dass mit der Realisierung des „Parkplatz-Ost“ dauerhaft in die Kulturlandschaft eingegriffen und diese unwiederbringlich zerstört wird und dies weiterhin mit dem Argument von „Kindergeburtstagen“, welche im Besucherinformationszentrum gefeiert werden. „Allein vor diesen Hintergründen den Parkplatz-Ost als Raststätte, Haltestelle und Treffpunkt zu glorifizieren, zeigt die ganze Hilflosigkeit der Argumentation zur Rechtfertigung des Millionenprojektes“ so Schimpf.

Zu hinterfragen sind auch weitere Zahlen, welche jetzt in die Öffentlichkeit gebracht wurden; so wird von 700 Anregungen berichtet, welche über ein Jahr gesammelt worden seien und die auch den Parkplatz-Mangel und dem langen Fußweg betreffen. Hierzu ist nach Ansicht der GRÜNEN festzustellen, dass mit dieser Aussage unklar bleibt, wie viele Personen überhaupt und in welcher Form befragt wurden und selbst bei Zugrundelegung der eigenen Zahlen von der „Verwaltung von Schlösser und Gärten“ von 180.000 Besuchern in 2016 man hier zu einer maximalen Beschwerdequote von deutlich unter einem Prozent kommt, mithin also einer doch sehr geringen Größe.

„Fakt ist, dass nicht die Kritiker des Parkplatz-Standortes eine Verunsicherung der Bürgerinnen und Bürger bewirken, sondern die, die mit nicht nachvollziehbaren und ständig divergierenden Zahlen in der Öffentlichkeit agieren und versuchen Kritiker als „Stifter eines Klimas des Unfriedens“ zu diskreditieren. Herr Dr. Schefers offenbart mit diesem Vorwurf ein merkwürdiges Verständnis einer Diskussionskultur in einer demokratischen Gesellschaft und wird sich daran gewöhnen müssen, dass eine parlamentarische Mehrheit naturgemäß das Recht hat eine Entscheidung zu treffen, ebenso wie die parlamentarische Minderheit dadurch nicht das Recht verliert kritische Fragen zu stellen und Anmerkungen zu machen“ so der GRÜNE-Fraktionsvorsitzende abschliessend.